Gróf Degenfeld

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GRÓF DEGENFELD

Die Vergangenheit der Familie Graf von Degenfeld deutsch-ungarischer Herkunft führt uns in die frühmittelalterliche Schweiz zurück. In Ungarn und Siebenbürgen findet man sie ab Anfang des 19. Jahrhunderts, durch ihre hervorragenden Weingüter spielten sie in der Geschichte von Tokaj eine wichtige Rolle. Graf Imre von Degenfeld beteiligte sich als einer der wichtigsten Gutsbesitzer in Tokaj als Gründungsmitglied an der Arbeit der 1857 ins Leben gerufenen Weinhandwerker-Vereinigung von Tokaj-Hegyalja. Die Familie wanderte 1964, nachdem sie ihrer Landgüter beraubt worden war, nach Deutschland aus.

1994 beschlossen sie, erneut die mehr als hundertjährige Tradition fortzusetzen und das Familienweingut wiederaufzuleben zu lassen. Um dies zu verwirklichen, wurden ein althergebrachter Weinkeller und eine zu den besten, erstklassigen Lagen von Tokaj-Hegyalja zählende Fläche von 100 Hektar angekauft. Das Weingut Graf Degenfeld hat als erstes konsequent mit der vollständig ökologischen Landwirtschaft begonnen, welche sich heute auf die gesamte aktiv genutzte Fläche von insgesamt 35 Hektar erstreckt. Auf diese Weise konnte 2012 ihr erster Bio-Wein das Licht der Welt erblicken. Die 3-, 5-, und 6-Butten-Ausbruchweine (Tokaji Aszú), die Tokajer Essenz und Andante haben bereits zahlreiche angesehene internationale Auszeichnungen erhalten.

Tokaj

Das Tokajer Weinbaugebiet ist das erste geschlossene Weinbaugebiet der Welt - von 1737 -, ferner steht es seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Das vulkanische Grundgestein der Rebfläche, die sonnigen Hänge und das durch die Flüsse Theiß und Bodrog bestimmte Mikroklima unterstützen gemeinsam die Bildung des Edelschimmels (Botrytis Cinerrea), welcher für die nachfolgende Ausbruchbildung unerlässlich ist.

Der die Wände der Keller dick bedeckende edle Kellerschimmel (Cladosporium cellare) kommt - im Gegensatz zu dem Edelschimmel - auf der ganzen Welt nur hier und in den Weinkellern am Rhein vor. Dieser Pilz spielt für die Qualität der Tokajer Weine eine wichtige Rolle, weil der einzigartige, an frisches Brot erinnernde Geschmack, der Duft, das Bukett, die dunkel-goldgelbe Farbe und der relativ hohe Alkoholgehalt um die 14 Volumenprozent des Ausbruchs durch seine Aktivität zustande kommen.

Er wurde 1703 weltberühmt, als der Fürst Franz Rákóczi II. dem französischen König Ludwig XIV. einen Tokajer Aszu schenkte, der dies folgendermaßen apostrophierte: „Le vin des rois et le roi des vins”, bekannter auf Latein: „vinum regum, rex vinorum”, d. h. „Wein der Könige, König der Weine“.

Von diesem Zeitpunkt an wurde er zum hochgeschätzten Getränk der Könige, Zaren, bekannter Künstler (Peter der Große, Katharina die Große, Friedrich II., Voltaire, Goethe, Mozart und Schubert) und zu einem der erfolgreichsten Mittel der Diplomatie. Zu seinem Erfolg trug die im 15. Jahrhundert unter Ärzten weit verbreitete Ansicht, dass sein Konsum eine heilende, regenerierende Wirkung habe, bei, so kam er mit dem Namen VINUM TOKAJENSE PASSUM auch auf die Regale der Apotheken.