Tempranillo – Die Favoritin unter Spaniens Rotweinen
Tempranillo ist Spaniens beliebteste und bedeutendste rote Rebsorte. Ihr Name stammt vom spanischen „temprano“ („früh“), da sie früher reift als viele andere autochthone Sorten.
Ursprung & Verbreitung
Obwohl die erste dokumentierte Erwähnung aus dem Jahr 1807 stammt, vermuten Weinexperten, dass die Phönizier die Rebsorte bereits vor über 3.000 Jahren auf die Iberische Halbinsel brachten. In Italien gibt es verstreute Bestände in der Toskana und in der Basilikata, was auch auf eine mögliche regionale Adaption hinweist — doch Spanien bleibt ihr zentrales Herkunftsgebiet.
Tempranillo zählt zu den Top 4 weltweit angebauten Rebsorten und gilt als eine der neun „edlen Rotweinsorten“. In Portugal spielt sie unter dem Namen Tinta Roriz eine ebenso zentrale Rolle, insbesondere bei der Portweinproduktion.
Stilistik & Geschmack
Tempranillo vereint die kräftige Struktur eines Cabernet Sauvignon mit dem fleischig-fruchtigen Profil eines Carignan. Je nach Reifestadium zeigt er ein breites Aromenspektrum:
Jung: frisch und fruchtig mit Kirsche, getrockneter Feige, Zeder, Tabak und subtiler Kräuternote (Dill).
Roble / Crianza: lebendige Fruchtnuancen, angenehme Wärme und milde Holzweichheit.
Reserva / Gran Reserva: dichter, komplexer Stil mit dunklen Fruchtaromen, getrocknetem Laub, Leder sowie würzigen und vanilligen Noten durch längere Fassreife.
Klassische Anbaugebiete in Spanien
Rioja & Navarra: Elegant strukturiert mit Aromen von roter Kirsche, Pfeffer und feiner Zimtnote.
Ribera del Duero, Toro, Cigales (Castilla y León): Intensiver und dunkler, mit Brombeer-Aromen und kräftigen, lang anhaltenden Tanninen.
La Mancha & Ribera del Guadiana: Grosse Produktionsgebiete in Spaniens Meseta, bekannt für exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Tempranillo.