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Das Dekantieren von Wein sorgt oft für Unsicherheit: Muss jeder Wein dekantiert werden? Verbessert es wirklich den Geschmack oder ist es manchmal sogar kontraproduktiv? In diesem Artikel erfahren Sie, wann Dekantieren sinnvoll ist, wann es überflüssig ist und bei welchen Weinen Vorsicht geboten ist.
Beim Dekantieren wird Wein aus der Flasche in eine Karaffe umgefüllt. Dabei gibt es zwei Hauptziele:
Beide Gründe sind technisch unterschiedlich, werden aber im Alltag oft vermischt.
Dekantieren ist besonders sinnvoll bei jungen, tanninreichen Rotweinen, die noch verschlossen wirken. Durch den Sauerstoffkontakt werden Aromen geöffnet und die Struktur wirkt harmonischer.
Typische Beispiele:
Empfohlene Dauer: 30 Minuten bis 2 Stunden, je nach Intensität.
Unfiltrierte oder minimal geschwefelte Weine profitieren oft von Luft. Anfangs reduktive Noten (Hefe, Rauch, Schwefel) können sich durch Dekantieren deutlich abbauen.
Ältere Rotweine (oft ab 10–15 Jahren) bilden Sediment. Hier dient das Dekantieren nicht der Belüftung, sondern der Trennung von Depot.
Wichtig:
Die meisten Weissweine benötigen keine Dekantierung. Frische, aromatische Weine verlieren durch zu viel Sauerstoff schnell ihre Spannung.
Beispiele:
Ausnahme: komplexe, gereifte Weissweine oder im Holz ausgebaute Weine.
Weine mit wenig Tannin und Fokus auf Frucht wirken nach dem Dekantieren oft flacher.
Beispiele:
Hier reicht das Einschenken ins Glas völlig aus.
Sehr alte, fragile Weine können durch Sauerstoff schnell abbauen. In solchen Fällen empfiehlt sich:
Faustregel: Je älter und filigraner der Wein, desto vorsichtiger mit Luft.
Nicht immer ist eine Karaffe nötig. Alternativen:
Gerade im Alltag ist das oft die bessere Lösung.
Dekantieren ist kein Muss, sondern ein Werkzeug. Richtig eingesetzt, kann es einen Wein deutlich verbessern – falsch angewendet, ihm schaden.
Kurz zusammengefasst:
Wer den Wein beobachtet, riecht und probiert, trifft fast immer die richtige Entscheidung.