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Furmint – Die Seele Tokajs und das Fundament ungarischer Weinkultur

Der Furmint ist weit mehr als eine Rebsorte. Er ist ein kulturelles Erbe, ein historischer Botschafter und das Fundament einer der bedeutendsten Weinregionen Europas: Tokaj. Kaum ein anderer Weisswein der Welt verbindet Geschichte, Prestige und stilistische Vielfalt so eindrucksvoll wie der Furmint.

Über Jahrhunderte hinweg prägte er Weine, die als „Wein der Könige, König der Weine“ in die Geschichte eingingen – geschätzt von europäischen Monarchen, Päpsten und Intellektuellen.


Tokaj – die erste klassifizierte Weinregion der Welt

Bereits 1737 wurde Tokaj offiziell abgegrenzt und klassifiziert. Damit ist Tokaj die erste klassifizierte Weinregion der Welt, lange vor Bordeaux (1855) oder dem Piemont. Diese frühe Klassifikation beruhte auf der Erkenntnis, dass Boden, Exposition und Mikroklima entscheidend für die Qualität der Weine sind – ein revolutionärer Gedanke für seine Zeit.

Der Furmint war von Beginn an die tragende Rebsorte dieser Klassifikation.


Herkunft und frühe Geschichte des Furmint

Die erste schriftliche Erwähnung des Furmint datiert auf 1623. Im 17. und 18. Jahrhundert setzte sich die Sorte endgültig als Leitrebe in Tokaj durch. Ihre dicke Schale, späte Reife und hohe Säure prädestinierten sie ideal für die Entwicklung von Edelfäule (Botrytis cinerea) – die Voraussetzung für grosse Süssweine.

So entstanden jene legendären Tokaji-Weine, die an den Höfen von Versailles, Wien und St. Petersburg ausgeschenkt wurden.


„Vinum Regum, Rex Vinorum“ – der Aufstieg zur Legende

Der berühmte Ausspruch „Vinum Regum, Rex Vinorum“ (Wein der Könige, König der Weine) wurde Tokaji Aszú zugeschrieben, nachdem er dem französischen König Ludwig XIV. serviert wurde. Dieser Satz wurde zum Synonym für Tokaj – und damit für Furmint.

Tokaji Aszú wurde nicht nur als Genussmittel, sondern auch als Prestigegeschenk und diplomatisches Instrument eingesetzt.


Vom Süssweinmonopol zur Renaissance des trockenen Furmint

Über Jahrhunderte war Furmint nahezu ausschliesslich mit Süsswein verbunden. Erst nach dem politischen Wandel in Ungarn begann eine qualitative Neuausrichtung.

Eine Schlüsselrolle spielte István Szepsy, der erkannte, dass Furmint auch ohne Botrytis ein aussergewöhnlicher Terroirwein sein kann. Mit seinen ersten grossen trockenen Furmint-Weinen leitete er eine neue Ära ein.

Diese Weine zeigten:

  • Präzision
  • Herkunftstransparenz
  • Lagentypizität

Tokaj wurde damit wieder Teil der internationalen Weisswein-Diskussion.


Furmint Februar – ein modernes Sprachrohr

Um das Bewusstsein für Furmint zu stärken, entstand die Initiative Furmint Februar. Ziel ist es, die Rebsorte weltweit sichtbarer zu machen und ihre Vielseitigkeit jenseits der Süssweine zu zeigen.

Heute gilt der Furmint als Signature Grape Ungarns.


Die grossen edelsüssen Ausdrucksformen

Furmint ist die Basis für mehrere einzigartige Weintypen:

  • Spätlese – konzentriert, aber zugänglich
  • Tokaji Szamorodni – traditionell, oft oxidativ
  • Tokaji Aszú – Ikone der Weltweinbaugeschichte
  • Tokaji Aszú Esszencia – der Gipfel der Weinwelt

Die Esszencia ist dabei fast jenseits der Kategorie Wein: extrem konzentriert, minimal alkoholisch, jahrzehntelang haltbar.


Furmint als Schaumwein – Präzision auf höchstem Niveau

Dank seiner Säurestruktur eignet sich Furmint hervorragend für Schaumweine.

  • Sauska Tokaj betreibt eine der modernsten Kellereien der Welt. Die Schaumweine werden von Régis Camus, einem der renommiertesten Schaumwein-Önologen, vinifiziert.
  • Kreinbacher (Somló) arbeitet mit Christian Forget, bekannt für seine präzise, terroirbetonte Schaumweinstilistik.

Diese Weine beweisen, dass Furmint auch in der internationalen Schaumwein-Elite angekommen ist.


Furmint heute und morgen

Heute steht Furmint für:

  • Identität
  • Herkunft
  • Wiederentdeckung

Er verbindet königliche Vergangenheit mit moderner Präzision und ist der Schlüssel zur Zukunft des ungarischen Weinbaus.